Neues von der Rhône
Neues von der Rhône
6 Tage lang von Norden nach Süden, von der Côte-Rôtie und Condrieu bis in den Süden zu den Costières de Nîmes stellen die Rhône-Winzer
jedes 2. Jahr alle ihre Weine vor: Auf der Rhôneweinmesse "Découvertes en Valley du Rhône" (Entdeckungen im Rhônetal). Fast 800 Winzer präsentieren mehr als 4000 Weine. Die Fachbesucher kommen aus ganz Europa, aber auch aus USA, Australien oder - vermehrt - aus Asien.
Und was gab es zu entdecken? Nun, daß die Preise der Weine von der nördlichen Rhône langsam aber sicher in stratosphärische Höhen klettern ist nicht neu, eher vielleicht, daß die Qualität dies nicht in gleichem Maße tut. Dabei haben es die Rotweine von Saint-Joseph im Jahr 2008 besonders schwer. Insgesamt gilt auch an der nördlichen Rhône, daß bei diesen Preisen ein Kauf nur bei den besten Winzern lohnt - und die haben oft zu wenig Wein und nehmen keine neuen Kunden auf.
Im Süden ist die Lage weitaus komfortabler für den Käufer: Eine immer größer werdende Zahl von Weingütern produzieren Qualitätsweine, was nicht heißt, daß der Vorsprung zu den Etablierten geringer würde. Selbst in schwierigeren Jahren wird hier aber eine ansprechende Qualität produziert. Der Vergleich der Weine, die wir führen mit den "anderen, hat wieder einmal gezeigt, daß wir sehr, sehr richtig liegen bei der Auswahl unserer Winzer.
Noch ein Wort zu den aktuell angebotenen Jahrgängen im Süden: 2007 ist praktisch ausverkauft bei den Winzern. Dieser Jahrgang ist außergewöhnlich reif, aber auch sehr üppig. Gerade im Vergleich mit den schlankeren Weinen aus 2008 fällt auf, daß diese Weine schneller "satt" machen, während man noch hohen Trinkgenuss bei den 2008ern mit ihren frischen Aromen verspürt. 2009 ist ein guter bis sehr guter Jahrgang, der aber mittelfristig überschattet werden könnte von den Weinen aus 2010. Auch wenn es noch ein bißchen früh ist für eine abschließende Beurteilung (die Weine stecken zum Teil noch in der malolaktischen Gärung und haben noch mehrere Monate Ausbau vor sich), dann sprechen viele zeichen dafür, daß es sich um sehr reife Weine handelt, die sich aber nicht in einer übermäßigen Fülle ausdrückt. Das insgesamt etwas kühlere Klima in 2010 hat diesen Weinen offensichtlich sehr viel Frische mitgegeben, die lange Reifezeit durch den späten Lesetermin sehr viel Aroma. Wir dürfen alle gespannt sein.
