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Start Für Sie notiert Weinnotizen Spätburgunder Pinot noir

Spätburgunder Pinot noir

Pinot noirSpätburgunder - Pinot noir - Blauburgunder

Unserer Meinung nach die Rotweintraube, die die größten - zumindest die feinsten - Rotweine hervorbringt, aber

auch viele enttäuschende.

Das liegt daran, daß die Pinot noir Rebe sehr hohe Anforderungen an den Standort und das Klima stellt. Es darf nicht zu heiß sein, sonst verliert sie an Finesse. Wenn es zu kalt und regnerisch ist, neigt sie zur Fäule und bei Überertrag (mehr als 40 hl/ha) oder schlechten Witterungsbedingen, insbesondere im September, entstehen farblose und dünne Weine.Aber wenn diese Faktoren positiv zusammentreffen sind die Weine von guten, sorgfältig arbeitenden Winzern unschlagbar.

Unbestritten kommen die besten Pinot noir Weine aus Burgund und dort von der Côte d'Or, also dem Gebiet nördlich und südlich von Beaune. Durch die klimatischen Veränderungen haben auch die Weine aus der Schweiz (dort Blauburgunder genannt) und aus Deutschland qualitativ sehr aufgeholt. Auch aus Südtirol und aus Österreich

Am ausgefeiltesten ist das Weinklassifizierungssystem natürlich in Burgund, wo ein Teil der Weinberge bereits vor rund 1200 jahren von den Mönchen der großen Klöster angelegt und später mit Mauern (Clos) umgeben wurden. Die Hirarchie der Weine reicht vom einfachen Bourgogne Passetoutgrain (Weine aus Gamay und Pinot noir Trauben), über den Bourgogne (100% Pinot noir) zu den Ortslagen (z.B. Volnay, Pommard oder Nuit-Saints-Georges). Die Ortslagen werden unterteilt in Premier und Grand Crus, die die qualitative Spitze darstellen (z.B. Musigny, Chambertin, Clos de Vougeot, Saint Denis). Teilweise werden aber auch Lagennamen verwendet, die keinen Cru-Status haben (sog. lieu-dits), in der Regel weil es sich um besonders gute Lagen handelt. Erschwerend für Neulinge ist, daß die wichtigen Orte an der Côte de Nuits den Namen ihres berühmtesten Weinbergs an den Ortsnamen angehängt haben: Gevrey-Chambertin, Chambolle-Musigny, Morey-Saint-Denis etc. Die Vielfalt der veschiedenen Terroirs (eine Lagenkarte der Côte de Nuits sieht aus wie ein Flickerlteppich) wird noch übertroffen durch die Vielzahl der Winzer, die diese Weinberge bearbeiten und daraus ihre Weine abfüllen oder an große Handelshäuser (Négociants) verkaufen. Einen guten Burgunder zu kaufen erfordert also sehr viel mehr Wissen, als in Bordeaux, wo eine Klassifikation von 1855 mit vergleichsweise geringen Korrekturen noch heute ihre Gültigkeit hat und die großen und berühmten Châteaux mehrere 100.000 Flaschen produzieren.