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Venetien

 

Die Weinbauregion Ventien erstreckt sich vom Gardasee bis an die Adria um Venedig. Zum Teil liegen die Weinberge an den Hängen des südlichen Voralpenlandes zum Teil in der Po-Ebene. Die bekanntesten der 25 DOC(G)-Bereiche kommen aus der Region um Verona: Bardolino, Valpolicella, Lugana, Soave und natürlich dem  Prosecco-Gebiet. Mengenmäßig liegt Venetien auf dem dritten Platz in Italien, hinter Apulien und Sizilien. Bei der Erzeugung von Qualitätsweinen (DOC und DOCG) liegt es jedoch auf dem ersten Platz. Die Rebsorten- und Weinvielfalt ist in Venetien besonders groß und so lohnt es sich neben den vielen touristischen Highlights oder anläßlich es Badeurlaubs in diese Vielfalt einzutauchen. Neben den internationalen Rebsorten wie Chardonnay, Cabernet oder Merlot wird auch ein große Zahl einheimischer Rebsorten angebaut, die durchaus interessante, abwechlungsreiche Weine ergeben: Raboso, Tocai*, Verduzzo. Nach vielen Jahren des Niedergangs des Prosecco sind jetzt neue Richtlinien und Schutzbestimmungen in Kraft getreten, die erstmals ab 2011 hoffen lassen, daß die Qualität wieder zuverlässiger wird. Es gibt 2 schöne Einrichtungen im Veneto. Einmal die offenen Weine in Restaurants (meist Tocai* oder Prosecco) unkompliziert, frisch und fruchtig. Sehr gut zu den Gemüsen der Po-Ebene und zu vielen Fischgerichten. Eine wunderbare Einrichtung ist die "Ombra" : Man trifft sich - vorzugsweise vor den Bars, Osterien etc. im Freien - und trinkt einen Schluck Wein und bekommt dazu kleine Häppchen.

 

Amarone 1959 Noch ein paar Worte zu Valpolicella und Lugana: Der DOC-Status gilt für einen einfachen, leicht zu trinkenden Rotwein, den kräftigeren (reiferen) Superiore, den Ripasso, den Amarone (DOCG) und den seltenen süßen Recioto. Valpolicella wird aus Corvina-, Rondinella- und Molinara-Trauben hergestellt. Während der Valpolicella wie andere Rotweine ausgebaut wird, besteht die Besonderheit des Amarone darin, daß ein Teil oder alle Trauben nach der Ernte auf speziellen Gestellen leicht getrocknet werden. Hierbei konzentrieren sich die Geschmacksstoffe und die weitgehend trocken ausgebautenWeine werden wuchtig mit bis zu 16/17% Alkohol. Sie sind sehr lagerfähig und entwickeln im Alter eine erstaunliche Feinheit und Länge. Zwischen diesen beiden Typen steht der Ripasso, bei ihm werden ausgewählte Trauben normal vinifiziert, anschließend mit Amarone-Trester versetzt  und es findet eine 2. Gärung statt. Dies gibt dem Wein zusätzliche Kraft und Aroma.

Der Lugana, früher ein einfacher Karaffenwein, schwingt sich in immer neue Höhen auf. Der aus der Trebbiano di Lugana hergestellte Weißwein (wahrscheinlich ein Verduzzo-Klon) wächst südlich des Gardasees, wobei ein Teil des Weingebiets in der Lombardei liegt. Er präsentiert sich strohgelb mit grünlichen Reflexen und ist in seiner Jugend ausgesprochen frisch und blumig mit eine moderaten Säure. Manche Weine bekommen bei etwas Lager goldene Reflexe und eine gewisse Tiefe. Nicht nur ein Urlaubswein, auch wenn er solche Erinnerungen hervorruft.

 

*Tocai oder Tocai Friulano dürfen so nicht mehr heißen, damit dieser Wein nicht mit dem ungarischen Tokayer verwechselt werden kann. Nach langem Hin und Her heißt die Rebsorte nunmehr Tai in Venetien und Friulano in Friaul. Was aber weder Winzer, Gastronomen oder Händler daran hindert, den alten Namen weiterhin zu verwenden.

Franco Tiraboschi Ca'LojeraCa'Lojera

 

Es gibt die Legende, daß zu den Zeiten als der Gardasee und der Frassino-See noch mit Kanälen verbunden waren, aus dem Norden "schwarze Händler" auf Schiffen kamen, die sich und ihre Schmuggelware in den Häusern am Ufer versteckten. Wölfe sollen diese Häuser bewacht haben. Und so nannten Franco und Ambra Tiraboschi ihr Weingut "Ca'Lojera" - was soviel bedeutet wie "Antikes Haus der Wölfe". Beide stehen für einen authentischen goldgelben Lugana mit grünlichen Reflexen. Er duftet sehr fein und entwickelt im Mund vielschichtige Aromen, die lange nachklingen. Ein Wein, der ganz ausgezeichnet zu den Fischen aus dem Gardasee passt, gleichgültig ob pochiert oder gebraten. Er passt aber auch zu allen Spargelgerichten oder anderen feinen Gemüsespeisen.

 

 

Le Ragose

 

Das Weingut mitten im klassischen Valpolicella-Gebiet wird heute geleitet von Dr. Paolo und Marco Galli, den beiden Söhnen der Gründer Marta und Arnoldo Galli Bortoletto. Diese hatten in den Hügeln von Valpolicella Land und wollten dort eigentlich nur ein Landhaus restaurieren. Arnoldo, der als Önologe für eine große veroneser Weinfirma arbeitete, hatte die Idee die Weinberge wieder zu reaktivieren und Marta schaffte es in kürzester Zeit die Weine von "Le Ragose" berühmt zu machen. Ursprünglich waren es nur wenige ha, inzwischen wird auf knapp 20 ha Wein angebaut.

 

Heute wie damals ist es die Philosophie des Familienbetriebs authentische Terroirweine zu machen, auch wenn in den letzten Jahren behutsam moderne Technologie im Keller und in den Weinbergen Einzug gehalten haben. Die beiden Brüder setzen ganz auf die klassischen Traubensorten: Zu 85% werden für die Valpolicella-Weine Corvina, Corvinone und Rondinella verwendet und für den Rest bis zu 10 weitere meist lokale Rebsorten. Cabernet Sauvignon wird reinsortig für eine besondere Cuvée angebaut. Und sie setzen ganz auf die traditionelle Weinbereitung dieses Gebietes.  Und dazu gehört, dass ein Teil der Trauben nach der Ernte 3-4 Monate getrocknet werden und daraus Köstlichkeiten wie der Recito, der Amarone oder der Ripasso entstehen. Paolo 'Galli ist der festen Überzeugung, dass sich für diese Art der Weinbereitung besonders die Trauben eignen, die an Pergeln gezogen werden. Dies schließt auch eine maschinelle Lese aus.

Trebbiano di Lugana

Lugana

 

Nur 12 km lang und 9 km breit erstreckt sich das Gebiet der DOC Lugana über die Ebenen und Hügel im südlichen Gardaseebecken. Der größte Teil liegt in der Lombardei, ein kleiner Zipfel ragt bei Pesquiera noch nach Venetien hinein. Die Grenzen der DOC sind fast identisch mit denen des Tocai di San Martino di Battaglia, aber der Lugana ist ungleich bekannter. Ausschlaggebend sind hierfür neben den touristischen Aspekten vor allem auch die lehm- und kalkhaltigen Böden und insbesondere bei den in Seenähe gelegenen Weinbergen das besondere Mikroklima. Angebaut und verwendet wird Trebbiano di Lugana, der wesentlich saftigere und gehaltvolle Weine hervorbringt als andere Trebbiano-Sorten im übrigen Italien. Dies stimmt jedoch nur für die Weine der Winzer, die sorgfältig arbeiten und die terroirgeprägte Weine produzieren. Dann kann dieser Wein auch wunderbar altern. Allzu oft erhält man zwar technisch gut gemachte, aber seelenlose Weine, so wie sie überall am Gardasee offen ausgeschenkt werden. Probieren sie einfach mal die Weine von Ca'Lojera, wenn Sie wissen wollen wie ein "echter" Lugana schmeckt.

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